Einrichtung der Java-Umgebung unter Linux
Ich habe mich entschieden das Java von SUN zu installieren, weil es quasi ein Standard ist und ich noch kein Java-Programm gesehen habe, was mit SUN-Java nicht lief, sofern es korrekt war.
Getestet ist die Installation auf UBUNTU-Systemen ab 6.06 LTS.
Daraus lässt sich schließen, dass die Einrichtung, so wie unten beschrieben, auf Debian basierten Systemen gehen müsste.
Da vor Jahren im Raum 006 OPENSUSE 10.2 installiert war, wegen des Hardwareschutzes, hatte ich auch dort Java installiert und es lief richtig gut.
Vorbemerkungen:
Je nach Linux-Distribution ist Java auf dem System ganz, teilweise oder gar nicht installiert.
Das sollte man als erstes herausfinden!
Dazu wird in einem Terminal der Befehl:
java -version
eingegeben.
Entweder wird angezeigt, welche Javaversion installiert ist, oder es erscheint eine Fehlermeldung. Die Fehlermeldung deutet darauf hin, dass Java nicht installiert ist.
Sollte keine Fehlermeldung erscheinen, überprüft man durch die Eingabe von:
javac -version
ob ein Javacompiler installiert ist.
In der Regel gibt es hier eine Fehlermeldung, da von den Distributoren angenommen wird, dass der zukünftige Linuxbenutzer erst mal kein Javaprogrammierer ist, was ja in der Regel stimmt.
Zur Erklärung:
Einige Programme (z.B. Openoffice) benötigen eine Java-Laufzeitumgebung, englisch Java Runtime Environment oder kurz JRE. Diese ist in der Regel (ob nun die von SUN oder eine andere) installiert, reicht aber zum Programmieren nicht aus. Zusätzlich zur JRE muss der Java SE Development Kit, kurz JDK, installiert werden. Das ist die Java-Entwicklungsumgebung und enthält u.a. den notwendigen Javacompiler und übrigens auch die JRE.
Manchmal wird der JDK auch SDK, wie Software Development Kit, genannt.
Zur Installation:
Nun ist es wieder so, dass manche Distributionen in ihren Repositories einen JDK zur Installation anbieten. In diesem Falle kann er mit dem distributionseigenen Installationssystem (apt, Synaptic, Adept, YAST ...) installieret werden. Das geht fix, weil sonst nichts weiter zu tun ist.
Die aktuellen Distributionen bringen eine aktuelles JDK mit.
Die Installation geht schnell und unkompliziert vor sich:
- den Paketmanager der Distribution starten (Synaptic, Adept, Yast, ...) aufrufen
- den Filter auf Suchen einstellen
- sun oder java als Suchbegriff eingeben (natürlich abentern)
- wenigstens die Pakete für JRE und JDK/SDK auswählen und installieren lassen
Manchmal ist die Installation auch ein bischen muckig, weil es bei der Installation aus einem grafischen Paketmanager heraus mitunter nicht gelingt, die Lizenz abzunicken. Bei Debian-basierten Systemen nutzt man am besten apt: Man sollte schauen, wie das Paket heißt: sudo apt-get cache search sun (oder java oder sun-java) Die Installation erfolgt dann mit: sudo apt-get install Paketname Derzeit lautet der Paketname: sun-java6-jdk Falls man es vorher nicht getan hatte, sollte jetzt getestet werden, ob nicht noch ein anderes Java sein "Unwesen" treibt. Also wie oben beschrieben java -version und javac -version auf der Konsole eingeben. Falls etwas anderes als die gerade installierte Javaversion aktiviert ist, muss umgestellt werden. Das geht mit den Befehlen: update-alternatives --config java und evtl. mit update-alternatives --config javac Es erscheint eine Auswahl der installierten Java-Versionen, mit deren Hilfe die gewünschte zum Standard gemacht wird.
Das war die Java-Installation.
Es ist immer keine schlechte Idee, die Java-Dokumentation zu installieren.
Dazu läd man diese von der Java-Download-Seite:
http://java.sun.com/javase/downloads/index.jsp
herunter.
Die Datei ist ein zip-Archiv, das mit einem distributionseigenen Entpacker z.B. nach /opt/docs entpackt werden könnte. Das dauert je nach Rechner ein Weilchen.
Bemerkung:
Wenn es jetzt noch nicht Mitternacht ist, kann nun fix BlueJ installiert werden. Das geht auch simpel.
BlueJ-Installation:
Bevor ich zur Anleitung komme, schnell noch einige Bemerkungen zu BlueJ.
BlueJ ist eine kostenlose, in Java geschriebene Entwicklungsumgebung, die es für mehrere Plattformen, also auch für Linux gibt. Das macht sie für Schule sehr interessant.
BlueJ ist so konzipiert, dass Einsteiger direkt zum Arbeiten mit Objekten kommen. Das direkt im vorherigen Satz ist wörtlich zu nehmen, denn es können unmittelbar Objekte von Klassen erzeugt und anschließend manipuliert werden.
Es entfällt das lästige Schreiben von Testklassen, was zum einen Zeit im Unterricht spart und zum anderen den Blick auf das Wesentliche erleichtert.
BlueJ kann direkt von der BlueJ-Homepage heruntergeladen werden.
Für Debian/UBUNTU steht die Datei bluej-304.deb bereit.
Diese lädt man in einen Ordner in sein Home-Verzeichnis herunter und doppelklickt es am einfachsten in einem graphischen Dateimanager. Automatisch wird nach Passwortabfrage das Paket installiert, sofern der Benutzer root-Rechte erlangen kann.
Falls keine Debian-basierte Distribution benutzt wird, sollte die Datei bluej-304.jar heruntergeladen werden.
Das ist ein Java-Archiv, mit dem Ihr gleich testen könnt, ob Euer eben eingerichtetes Java funktioniert.
Ich habe BlueJ in das Verzeichnis /opt/bluej installiert.
Dazu muss das Verzeichnis bluej natürlich erst in /opt mit root-Rechten angelegt werden.
Befehl: sudo mkdir /opt/bluej
Die Datei bluej-304.jar habe ich anschließend in das eben angelegte Verzeichnis kopiert.
Das hat den Vorteil, dass man ggf. BlueJ noch einmal neu installieren kann, ohne aus Versehen die Installationsdatei gelöscht zu haben.
Nun wird BlueJ mit root-Rechten und dem Befehl:
java -jar bluej-304.jar
von der Konsole installiert.
Der Installer fragt dann zwei Orte ab: Erstens den Installationsordner für das Programm: /opt/bluej und zweitens die Stelle, wo das JDK installiert ist.
Oft (mir bekannte Ausnahme UBUNTU 9.04) ist es so, dass diese Stelle automatisch gefunden wird.
Egal wie auch immer, es ist ratsam, auf die genaue Versionsangabe zu verzichten, weil nach einem Update von Java auf eine neue Version diese Stelle nicht mehr existiert.
Man nehme also (derzeit) /usr/lib/jvm/java-6-sun!
Dieser Eintrag befindet sich im Verzeichnis /usr/lib/jvm/ als symbolischer Link. Es funktioniert!
Im Prinzip könnte gleich losgearbeitet werden. Meist werden jedoch deutsche Menüs gewünscht.
Dazu wird im BlueJ-Ordner am besten mit dem Midnightcommander (mc) der Ordner lib geöffnet.
Die Datei bluej.defs wird mit root-Rechten in einem Editor (im mc mit der Taste F4) geöffnet.
Ab Zeile 30 sind Verweise auf die möglichen Sprachpakete für BlueJ zu findet. Als Standardsprache ist Englisch eingestellt. Deutsch ist durch das #-Zeichen auskommentiert.
Um Deutsch zur Standardsprache zu machen, muss das #-Zeichen vor bluej.language= german gelöscht und vor bluej.language=english eingetragen werden.
Eigentlich ist es nicht schlecht, dass BlueJ immer mit dem zuletzt bearbeiteten Projekt geöffnet wird.
Ich finde es besser, wenn BlueJ ohne Projekt startet.
Dafür gibt es weiter unten die Einstellung: bluej.autoOpenLastProject=true. Es ist einfach der Wert true gegen false zu tauschen und schon klappt das Öffnen, wie gewünscht.
Anschließend muss die eben geänderte Datei gespeichert werden.
Jetzt kann BlueJ als unprivilegierter User mit dem Befehl /opt/bluej/bluej gestartet werden.
Viel Spaß bei Java mit BlueJ
Ihr Informatik-Lehrer-Team





