Einrichtung der Java-Umgebung unter Windows
Alternativ zu Delphi wird ab Schuljahr 2005/2006 als Programmiersprache Java gelehrt.
Im Vergleich zu Delphi ergeben sich einige Vorteile:
- Alle zu installierenden Komponenten können als freie Software bezeichnet werden. Schüler haben also kein Problem, sie ohne Einschränkungen auf dem eigenen Computer zu installieren.
- Java verwirklicht mit vehementer Konsequenz des Prinzip der Objektorientierten Programmierung (OOP). Das ist sehr modern und für aktuelle Betriebssysteme unerläßlich.
- Java ist plattformübergreifend konzipiert. Java-Programme laufen also prinzipiell auf Computern mit den unterschiedlichsten Betriebssystemen.
Jedoch kein Licht ohne Schatten.
Für Otto-Normalschüler ist es nicht ganz trivial, den eigenen Computer so vorzubereiten, dass man Java- Programme schreiben und laufen lassen kann.
Deshalb soll der folgende Text dabei helfen, Java einzurichten.
Ich beschränke mich auf dieser Seite auf die Windowsvariante. Das spart hier erst mal Platz und verwirrt weniger.
Für diejenigen, die zu Hause Linux nutzen, habe ich eine gesonderte Anleitung geschrieben.
Im Folgenden werden für die benutzten Programme die Downloadadressen angegeben. Das hat den Sinn, dass Schüler mit einer schnellen Internetanbindung fix an die Programme herankommen.
Schüler ohne oder mit langsamer Internetanbindung können sich die Programme sowohl von mir als sicher auch von ihren netten Mitschülern auf CD oder Stick beschaffen.
Im Wesentlichen sind drei Schritte zu erledigen, um mit Java programmieren zu können:
- Das Java-Development-Kit installieren
- Eine Entwicklungsumgebung für Java installieren
- Die Entwicklungsumgebung für die Benutzung einrichten
Java-Development-Kit installieren
Oft meinen etwas weniger ausgefuchste Windows-Nutzer, sie hätten Java auf ihrem Computer schon drauf. Schließlich laufen im Browser Java-Programme und der Java-Updater nervt auch dauernd.
Das Java, was hier in der Regel installiert ist, ist die Java-Laufzeitumgebung, kurz JRE.
Wie der Name schon sagt, ist diese dazu da, dass fertige Java-Programme auf dem Computer abgearbeitet werden können.
Zum Programmieren reicht diese jedoch nicht aus. Man benötigt des Weiteren das Java- Development-Kit, kurz JDK.
Das ist ein Paket, das für Programmierer zum Programmieren mit Java von der Firma SUN ursprünglich vorgesehen wurde.
Wie bekommt man heraus, ob das richtige Java bereits installiert ist?
In der Regel befindet sich die Java-Installation im Ordner C:\PROGRAMME\JAVA. In diesem Ordner sollten sich dann zwei weitere Ordner befinden, einer mit dem Namen jdk1.6... und ein weiterer mit dem Namen jre1.6..., wobei die Zahl im Namen nur Versionsnummer angibt.
Wichtig ist, dass es einen Ordner gibt, der mit jdk anfängt.
Sollte das nicht der Fall sein, muss die JDK installiert werden. Das JDK steht auf den Seiten von SUN zum download bereit:
http://java.sun.com/javase/downloads/index.jsp
Es sollte JDK 6.0 sowie das neueste Update gewählt werden.
Nachdem Ihr auf den Downloadknopf geklickt habt, erscheint eine neue Seite, die Euch für die verschiedene Plattformen den Download anbietet.
Bevor Ihr die Windows- oder die Windows-x64-Plattform wählt, sollte noch die Lizenzvereinbarung, unten links, akzeptiert werden.
Auf der sich nun öffnenden Seite findet Ihr endlich die herunter zu ladende Datei: jdk-6u...-windows-i586.exe für ein 32-Bit Windows oder jdk-6u...-windows-x64.exe für ein 64-Bit-Windows.
Da Ihr aber gerade auf der Java-Seite seid, kehrt doch bitte noch einemal auf die zuerst geöffnete Seite zurück. Etwas weiter unten findet man den Link zur Dokumentation (Java SE 6 Documentation) zu Java. Da diese später und beim Programmieren sowieso gebraucht wird, solltet Ihr sie gleich mit herunterladen. Diese Datei hat den Namen: jdk-6-doc.zip
Zur Installation:
Die Datei jdk-6u...-windows-i586.exe (oder eben jdk-6u...-windows-x64.exe), die zur Installation zu starten ist, installiert beides, JDK und JRE.
Deshalb ist es vielleicht ratsam, ein älteres JRE zu deinstallieren (über Einstellungen / Systemsteuerung / Software).
Das Installationsprogramm arbeitet zwar etwas langsam, aber völlig problemlos. Habt Geduld und lasst das Programm tun. Irgendwann wird es fertig sein und Java wird laufen.
Anschließend könnt Ihr gleich die Java-Dokumentation installieren.
Dazu ist die herunter geladene Datei jdk-6-doc.zip mit 7-Zip oder anderer Dekompressionssoftware in den (derzeitigen) Ordner C:\Programme\Java\jdk1.6... zu entpacken.
Eine Entwicklungsumgebung für Java installieren
Als Entwicklungsumgebung werden je nach Bedarf die freien Programme Javaeditor und BlueJ benutzt.
Beide wurden als Umgebungen für Lehrzwecke entwickelt und kostenfrei zum Download bereit gestellt.
Andererseits kann man sagen, dass sie, verglichen mit käuflichen IDE's, durchaus gehobenen Ansprüchen entsprechen.
Beginnen werden wir in der 12. Klasse mit BlueJ. BlueJ ist so konzipiert, dass Einsteiger direkt zum Arbeiten mit Objekten kommen. Das direkt im vorherigen Satz ist wörtlich zu nehmen, denn es können unmittelbar Objekte von Klassen erzeugt und anschließend manipuliert werden.
Es entfällt das lästige Schreiben von Testklassen, was zum einen Zeit im Unterricht spart und zum anderen den Blick auf das Wesentliche erleichtert.
BlueJ kann direkt von der BlueJ-Homepage heruntergeladen werden.
Es sollte die stabile Version gewählt werden, also derzeit die Version BlueJ 2.5.2 Der Download liefert die Datei bluejsetup-304.exe, die zur Installation zu starten ist.
Der Installationsvorgang läuft völlig problemlos ab.
Menschen, die schon mit anderen Programmierumgebungen gearbeitet haben, freunden sich sicher ganz schnell mit dem Javaeditor an. Features wie Codevervollständigung und der Formulareditor ermöglichen ein komfortables Arbeiten. Die Einbindung von Java-Doc und anderen Hilfestellern ist gut gelöst.
Der Javaeditor läßt sich recht detailliert konfigurieren, was aber für Anfänger etwas problematisch sein könnte.
Der Link zum Download führt auf die Seite http://javaeditor.org/wiki/index.php/Download.
Das Ergebnis des Downlaods ist entweder eine zip- oder eine exe-Datei.
Die zip-Datei wird mit 7-Zip oder einer anderer Dekompressionssoftware einfach in den gewünschten Ordner entpackt oder
die exe-Datei wird gestartet.
Die Entwicklungsumgebung für die Benutzung einrichten
BlueJ:
Im Prinzip kann man gleich losarbeiten. Manche wünschen jedoch deutsche Menüs.
Dazu öffnet man im BlueJ-Ordner den Ordner lib.
Nun sucht man die Datei bluej.defs und öffnet sie mit einem Editor.
Ab Zeile 30 findet man Verweise auf die möglichen Sprachpakete für BlueJ.
Als Standardsprache ist Englisch eingestellt. Deutsch ist durch das #-Zeichen auskommentiert.
Um Deutsch zur Standardsprache zu machen, muss das #-Zeichen vor bluej.language= german gelöscht und vor bluej.language=english eingetragen werden.
Eigentlich ist es nicht schlecht, dass BlueJ immer mit dem zuletzt bearbeiteten Projekt geöffnet wird.
Ich finde es besser, wenn BlueJ ohne Projekt startet.
Dafür gibt es weiter unten die Einstellung: bluej.autoOpenLastProject=true. Es ist einfach der Wert true gegen false zu tauschen und schon klappt das Öffnen, wie gewünscht.
Abschließend muss die eben geänderte Datei gespeichert werden.
Javaeditor:
Ich habe es schon erlebt, dass der Javaeditor nach der Installation sofort benutzbar war.
Das passiert nämlich genau dann, wenn Java vor dem Javaeditor und genau dahin installiert wurde, wohin es das Installationsprogramm vorschlug.
Andernfalls findet der Javaeditor nicht alle nötigen Komponenten von Java.
In diesem Falle öffnet sich beim ersten Start ein Konfigurationsfenster und es sind die Einträge rot hinterlegt, die das Einrichtungsprogramm nicht gefunden hat.
In diesem Falle ist ein wenig Handarbeit nötig, weil die Pfade zu den benötigten Programmen nicht erkannt wurden.
Oft ist das Finden der richtigen Stelle jedoch nicht so schwer, weil das Konfigurationsprogramm nach dem Klicken des Wähle-Buttons sofort den richtigen Ordner öffnet.
Mitunter geht es aber nicht ganz so simpel, musste ich mir sagen lassen.
In diesem Falle gibt es rettende Hilfe im Netz:
Die Seite http://javaeditor.org/index.php/Configuration/de
beschreibt sehr ausführlich das Einrichten des Programms.
Dem kann ich einfach nichts hinzufügen und erspare mir solange eine eigene Anleitung, wie die anderen im Netz zu finden sind.
javaeditor.org/index.php/Configuration/de
Viel Erfolg!
Ihr Informatik-Lehrer-Team





