Virtualisierung - eine Möglichkeit, andere Betriebssysteme zu testen und parallel zu benutzen
Etwa 90 Prozent der Computernutzer werden auf ihrem Computer WINDOWS in irgend einer Variante installiert haben. Vielleicht aber gibt es unter denen welche, die meinen, auch mal etwas anderes probieren zu wollen.
Der Trend scheint ein wenig dahin zu gehen.
Wie probiert man ein anderes Betriebssystem am besten, ohne die Installation des eigenen Rechners zu riskieren?
LIVE-CD
Eine Möglichkeit ist die Benutzung von sog. LIVE-CD's, egal, ob es nun CD's oder DVD's sind:
Man legt die silberne Scheibe in das DVD-Laufwerk und bootet den Rechner neu.
Wenn es die Einstellungen im BIOS erlauben, startet der Rechner dann vom eingelegten Medium.
Nun kann der geneigte Benutzer mit diesem LIVE-System schauen, ob dieses die Hardware seines Computers unterstützt. Ist ja auch wichtig, denn Sound, Netzwerk, Graphik, Web-Cam sollten schon funktionieren oder relativ einfach zur Zusammenarbeit überredet werden können.
Ist das sicher gestellt, geht es in der Regel an das Experimentieren mit dem Bedienkonzept und das Herumspielen mit den Programmen. Viele LIVE-Systeme erlauben sogar das "Installieren" von Programmen - für diese Sitzung, also bis man das LIVE-System wieder herunter fährt. Das ist sicher ein nettes Feature, aber auf Dauer dann eher lästig.
Wenn das System gefällt, entsteht über Kurz oder Lang sicher der Wunsch, es auf die Festplatte zu bannen, um es seriöser zu erkunden.
Nun sind wir am Knackpunkt: Wie bekomme ich das System auf die Festplatte, wenn mein Level bei der Bedienung eines Computers eher den Status USER hat?
Persönliche Voraussetzungen:
- über die Sicherung der persönlichen Daten sollte man eigentlich gar nicht mehr reden müssen
trotzdem: alle wichtigen persönlichen Daten auf ein externes Medium auslagern und das externe Medium vom Computer trennen und weglegen, ganz weit weg - man sollte es sich zutrauen, ein Programm aus dem Internet herunter zu laden
- man sollte es sich zutrauen, ein Programm zu installieren
- man sollte gewillt sein, auch mal die eine oder andere Anleitung lesen zu wollen und sie dann auch Schritt für Schritt umsetzen
Voraussetzungen den Computer betreffend:
- der Computer sollte wirklich demjenigen gehören, der das neue System installieren will
- der Computer sollte schon ein etwas neueres Modell sein:
Pentium 4, 512 MB Arbeitsspeicher und 10BG Platz auf der Festplatte für eine separate Installation in einer eigenen Partition, also für den alternativen Start des Erst- oder des Zweitsystems beim Hochfahren des Rechners
schneller Pentium 4 und mindestens 2GB Arbeitsspeicher sowie mindestens 50 GB Platz auf der Festplatte für Virtualisierung
nicht oft im Leben gilt "Viel hilft viel!", dafür an dieser Stelle umso mehr
Separate Installation eines zweiten Betriebssystems neben WINDOWS in einer neuen Partition
Eine im Unterricht getestete Anleitung findet man in diesem Ordner unter dem Punkt Dual-Boot-System WINDOWS-LINUX.
Bei einer solchen Installation entscheidet man sich beim Systemstart für das Betriebssystem, das man für die nächste Sitzung nutzen möchte.
Der Wechsel zu einem anderen Bertiebssystem geht nur über einen Neustart des Rechners.
An dieser Stelle sei darauf verwiesen, dass das zweite Betriebssystem eine eigene Partition benötigt. Auch richtig guten Leuten ist es schon gelungen, durch das Partitionieren ihrer Festplatte ihr erstes Betriebssystem zu vernichten.
Also Obacht und vor dem Partitionieren unbedingt Daten sichern!!!
Virtualisierung
Kommen wir endlich zum Thema!
Was ist Virtualisierung?
Bei der Virtualisierung wird eine virtuelle Maschine erzeugt. Diese virtuelle Maschine kann man sich vorstellen, wie einen Computer im Computer. Oft ist es allerdings so, dass der virtuelle Computer nicht die Hardware abbildet, die im Computer verbaut ist, was nicht unbedingt als Vorteil gewertet werden muss.
Die Benutzung virtueller Maschinen hat jedoch den Effekt, dass man im laufenden Betriebssystem einen weiteren oder mehrere weitere "Computer" mit einem anderen Betriebssystem starten kann.
Zwischen diesen kann dann mit einem Mausklick hin und her gewechselt werden.
Vitualisierungsprogramme
Es gibt mehrere freie und damit kostenlose Virtualisierungslösungen:
In den letzten Ausgaben von LINUX User (2/2010) bzw. PC WELT LINUX (1/2010) wurde beschrieben, wie virtuelle Maschinen unter LINUX bzw. WINDOWS eingerichtet werden können.
Beide Zeitschriften benutzten VirtualBox.
Es ist definitiv so, dass Virtualbox einfacher einzurichten und zu bedienen zu sein scheint, als VMware Server2, was wir beides schon probiert haben.
In beiden Fällen muss die Software aus dem Internet heruntergeladen werden. Es ist in jedem Falle darauf zu achten, dass die richtige Variante für das Betriebssystem, das auf Eurem Rechner installiert ist und in dem Ihr virtuelle Maschinen anlegen wollt (WINDOWS XP, VISTA, 7; LINUX-Distribution) und für die richtige Architektur des Betriebssystems (32 oder 64 Bit) heruntergeladen wird, was aber nicht schwierig sein sollte.
Um es hier noch einmal deutlich zu sagen: Auch wenn wir VMware zuerst probiert haben, für Virtualisierungsanfänger ist VMware-Server 2 eher nicht zu empfehlen. Unter UBUNTU ab 9.10 zickt es noch zusätzlich herum.
Das "Rundum-sorglos-Paket" scheint derzeit wirklich VirtualBox zu sein.
Installationsdatei herunterladen, diese starten.
Der Kernel wird automatisch aktualisiert und die dazu notwendigen Pakete müssen nicht mal von Hand installiert werden.
Rechner neu starten und dann mit Virtualbox eine neue virtuelle Maschine anlegen, Installations-Medium für das neue Betriebssystem einlegen und installieren.
Simpler geht Virtualisierung nicht!
Wenn mal wieder etwas Zeit ist, wird dieses Script um einige Hinweise zum Betrieb von VirtualBox erweitert!
Bei VMware muss man sich vor dem Herunterladen zusätzlich registrieren. Dann erhält man einen Link zu einer Seite, auf der man seine Seriennummer erhält und auf der man sich für den Download einloggen kann.
Nach dem Download installiert man dann das Virtualisierungsprogramm und startet es.
Im Anschluss startet eine Oberfläche, mit der virtuelle Maschinen angelegt und eingerichtet werden können.
VMware Server2 unter LINUX einrichten
Abhängigkeiten installieren:
linux-headers-$(uname -r)
build-essential
xinetd??? (ist für lokale virtuelle Maschinen nicht nötig, eher schädlich)
Installation:
cd /usr/src
tar xfvz Vmware-server-2.x.x.x-xxxxxxx.i386.tar.gz
cd /usr/src/vmware-server-distrib
sudo ./vmware-install.pl
Bei der Installation den Hauptbenutzer und sein Passwort eingeben!!
Ein paar schnelle Links:
VMware installieren allgemein
VMWare Netzwerk Einrichtung I
VMWare Netzwerk Einrichtung II
VMWare alg. Übersicht
VMWare kein USB
VMWare Speicherort der VM's





