Freie Software
Der Grundgedanke freier Software ist der, dass freier Wissenserwerb für alle nur über den freien Zugang auch zu Software garantiert werden kann.
Freie Software darf man zu jedem Zweck ausführen, sie studieren und verändern und sie auch weiter verbreiten. Die kommerzielle Nutzung ist nicht ausgeschlossen, der Clou ist aber gerade, dass freie Software eben auch frei verbreitet werden darf.
Das führt dann eben dazu, dass auch Menschen mit sozial schwachem Hintergrund die Möglichkeit haben, effektiv Wissen zu erlangen.
Ein erzieherischer Effekt wird gerade auch in Schule durch die Benutzung freier Software erzielt.
Kein Schüler ist mehr gezwungen, teure Programme zu erwerben, wenn Hausaufgaben o.ä. gemacht werden sollen.
Also besteht auch keine Notwendigkeit mehr, sich auf anderen Kanälen die begehrte, weil benötigte Software zu "besorgen".
LINUX als Alternative zum proprietären MS-Betriebssystem:
LINUX ist ein freies Betriebssystem, das von Linus Torvalds auf der Basis von UNIX entwickelt wurde. Soll heißen, dass der ursprüngliche Entwickler nicht das Geld für UNIX hatte. Da er was von Informatik verstand, hat er sich eben mal selbst ein Betriebssystem programmiert, das die Funktionalitäten von UNIX hat.
LINUX kann man als sog. Distributionen erhalten. Eine Distribution ist eigentlich nichts weiter als eine Zusammenstellung von Programmen.
Was den Einsteiger erst mal sehr verwirrt, ist die Tatsache, dass es nicht das LINUX gibt, sondern sehr viele Distributionen, wobei die Betonung auf sehr liegt.
Eine Distribution enthält immer alles, was zum Betriebssystemkern gehört und außerdem viele Softwarepakete, die der Anwender in seiner täglichen Arbeit eventuell gebrauchen könnte.
Vor allem in der Anzahl der enthaltenen Softwarepakete und auch in der Einfachheit der Installation und Bedienung des Systems liegen die Unterschiede.
Unterschiede gibt es auch im Preis. Es gibt Distributionen, wie SuSE oder Mandrake/Mandriva, die von kommerziellen Anbietern entwickelt werden. Die kosten zumindest, wenn man Sie im "Laden" kauft, auch etwas Geld.
Die bedeutendste freie Distributtion heißt Debian. Man findet sie sowohl als Downloadangebot, als auch auf DVD's diverser Computerzeitschriften.
Zusätzliche Software, die nicht in den Distributionen enthalten ist, gibt es natürlich auch, in der Regel frei. Wobei, in den Distributionen ist so viel Software enthalten, dass man kaum bei Fremdanbietern schauen muss.
Für Einsteiger gar nicht so schlecht sind sog. Live-Distributionen. Das sind solche, die von CD startbar sind und auf Eurem System eigentlich nichts verändern. Der Rechner fährt, wenn er richtig eingestellt ist, mit LINUX hoch und los geht's. Man kann quasi ungestraft in alles reinschnuppern und jeder kann für sich herausfinden, ob er die Herausforderung LINUX annehmen möchte.
Meist ist es inzwischen so, dass sich die Live-Distributionen sogar auf Platte installieren lassen. Man hat dann das sog. LOOK'N FEEL der jeweiligen Live-Distribution auch auf der Festplatte, ohne selbst Hand anlegen zu müssen.
Manchmal hat man den Eindruck, dass Live-CD's trendy sind. Jedenfalls haben viele auch von den großen Distributionen Live-Systeme entwickelt, so dass man kaum Empfehlungen aussprechen kann.
Früher war ich der Meinung, dass SuSE-LINUX wirklich empfehlenswert für Anfänger ist, weil die Installation fast genauso automatisch läuft, wie bei WINDOWS. Die Hardware wird in der Regel erkannt. Sofern man ein Einzelplatzsystem betreiben will, funktioniert der Computer nach der Installation eigentlich schon.
Interessant ist derzeit die Debian-basierte Distribution UBUNTU/KUBUNTU. Auch hier ist die Hardwareerkennung inzwischen so gut, dass ein Einsteiger sogar ein Laptop mit WLAN zum Laufen bekommt. Das ist nicht selbstverständlich.
Die Softwareauswahl ist ausreichend und übersichtlich, erschlägt aber nicht.
Für viele Anwendungsgebiete wird genau ein Programm geliefert und installiert, so dass man als Normalanwender eigentlich kaum noch Wünsche hat. Das heißt auf der anderen Seite, dass man nicht mehr schauen und wählen muss, was es sonst noch so alles gibt. Das beschleunigt den Lernprozess und die Platte wird weit weniger belastet. Falls gerade das Programm nicht dabei ist, was man will, kann man es i.d.R. völlig problemlos nachinstallieren. Das klappt bei einer schnellen Internetverbindung richtig gut.
Allerdings muss man der Ehrlichkeit halber sagen, dass das Konzept von LINUX ein anderes ist, als das, was man von Windows gewohnt ist.
LINUX ist ein offenes System. Daraus ergibt sich, dass LINUX derzeit noch (oder hoffentlich immer) sehr transparent ist. Soll heißen, dass man alles quasi selbst von Hand einstellen kann, wenn man weiß, in welcher Datei die Einstellungen stehen. Wenn man eine Weile mit LINUX gearbeitet hat, erscheint vieles richtig logisch und durchdacht. Jedoch ist der Weg zu diesem Verständnis mitunter doch sehr steinig. (Ich habe sogar richtige LINUX-Freaks schon fluchen gesehen) Der Lohn für die Leute, die Spass daran haben, ist, dass sie ihren Computer besser verstehen. Ist das nicht eine richtig tolle Alternative und auch Herausforderung? Aber man sollte Zeit und Geduld mitbringen. Letzlich gehören die vielen kleinen Aha-Erlebnisse und ein hoffentlich sehr stabil laufendes System auch zum Lohn.
Am Rande sei erwähnt, dass es seit etwa Mai 2003 die Zeitschrift EASY LINUX gibt. Das soll keine Werbung sein, sondern eher ein Tip.
Der Name ist Programm!
Den LINUX-Freaks gelingt es m.E. sehr gut, sich auf unser Niveau herabzubegeben und das Nötige einfach zu erklären. Schritt-für-Schritt-Anleitungen helfen bei den vielfältigsten Aufgaben und sie funktionieren!
Außerdem werden in unregelmäßiger Folge sogenannte Starterkits herausgebracht. Das sind Distributions-CD's (SuSE, RedHat/Fedora, Mandrake/Mandriva, UBUNTU) plus ausführlicher Installationsanleitung für wenig Geld.
Ich selbst bin aber von EASY LINUX weg zu LINUX USER, nicht weil es mir zu einfach war, sondern weil mir die häufige Einschränkung auf die oben genannten drei kommerziellen Distributionen hinderlich war. Außerdem erscheint das Teil seit einiger Zeit nur noch vierteljährlich, worunter die Themenauswahl und die Tiefgründigkeit etwas leidet.
Schlussbemerkung
Zum Abschluss noch ein paar Worte zu Microsoft-Produkten. (Ich will mir ja keine Abmahnung einhandeln.)
Inzwischen kann man mit XP schon richtig gut leben. Viele Leute, wie Ihr sicher auch, haben mit WINDOWS angefangen und sich inzwischen daran gewöhnt.
Wer sich keinen Rechner selbst zusammensteckt oder ihn zusammenstecken lässt, findet im Laden immer fertige Systeme vor, WINDOWS-basiert eben.
In der Regel veralten Rechner und Software gemeinsam. Früher war es jedenfalls so, dass ein neues Betriebssystem auch einen neuen Rechner forderte. Ich glaube aber fast, dass diese Formel heute nicht mehr so richtig stimmt. Und das ist die Chance von Herrn Bill Gates. Wenn man weiß, dass der eigene Rechner auch ein besseres Betriebssystem verträgt, entstehen Begehrlichkeiten. Dies muss man, will man nicht kriminell werden und dazu sei wirklich keinem geraten, sehr sehr teuer bezahlen.
Und hier liegt halt wieder die Chance von alternativen Betriebssystemen, weil auch deren Aktualisierung kostenlos ist. Man muss sich nur trauen.
Anbieter, wie VOBIS, haben es immer wieder mal auch mit alternativen Systemen probiert (OS/2 oder eben SuSE). Leider war der Absatz nicht so doll, da wenigstens 95% der Kunden MS verlangt haben. Das ist ja auch verständlich, da z.B. Eure Eltern sicher nicht jedem Familienmitglied einen PC hinstellen können. Also legt man bei der Auswahl darauf Wert, dass eben die Programme installiert sind, die die Eltern von der Arbeit kennen, weil sie den Computer ja auch nutzen wollen. Das vermeidet halt die leidigen Kompatibilitätsprobleme.
Kleiner Lacher am Rande:
Schüler macht zu Hause einen Beleg, ist um 2.30 Uhr endlich fertig und muss ihn zur ersten Stunde abgeben. Just in diesem Moment streikt der Drucker, unbehebbar, weil Patrone leer! Wo bekommt man um diese Zeit auch eine volle Tintenpatrone her? Also eilt der Schüler vor der ersten Stunde ins Computerkabinett, um sein Dokument zu drucken. Und dann kommts: Wenn er sein (sie ihr) Dokument in LibreOffice/Openoffice geladen bekommt, beginnt das Lamentieren, dass das Dokument gar nicht so aussieht, wie auf ihrem Bildschirm zu Hause.
Das Beispiel zeigt eben, wie nützlich es ist, wenn jeder Hersteller sein eigenes Süppchen kocht. Möglichst soll keiner vom anderen wissen, wie es geht.
Der logische Schluss der Anwender ist doch einsichtig: Dann nehmen wir eben alle das selbe System und das selbe Programm!
Es lebe die Einfalt!





