Am 18.04.1341 erhalten wir das erste schriftliche Zeugnis vom "Lyzeum Frankfortense schola sentoria". Das ärmliche Schulhaus lehnte sich an die südliche Friedhofsmauer der Marienkirche. Wegen ihrer Lage in der Oberstadt wird der Name " Oberschule" für diese Ratsschule üblich. Unterrrichtsfächer waren "Latein", "Religion" und "Gesang".

1539 erhält die Oberschule den Status einer städtischen Gelehrtenschule.

1739 wurde gegenüber dem alten Gebäude ein dreigeschossiger Neubau für den Schulunterricht übergeben, ein zur damaligen Zeit sehr beachtlicher Schulneubau. Die Oberschule vermittelte nun auch Kenntnisse in "Rechnen", "Logik", "Schreiben", "Geschichte" und "Geographie". Um die Jahrhundertwende zeigte sich eine Hinwendung zu den realen Wissenschaften.

1814 wurde das repräsentative Schulgebäude der Sitz der neuen Provinzialregierung. Für die Schule fand sich nur eine Übergangslösung, das alte Bischofshaus auf dem Manegehof. Zeitweilig besuchten die Oberschule nur noch 38 Schüler.

1824zieht die Oberschule in das ehemalige Gebäude der Universität.

Erst 1829 konnte durch Rektor Dr.Ewald ein neuer Aufschwung erreicht werden. In der Stundentafel ist eine Durchsetzung der realen Wissenschaften, besonders in der Schwerpunktverlagerung Mathematik und Naturwissenschaften erkennbar.

1832 wird Karl Wilhelm Wiecke Rektor. Er wollte eine Schule für die Anforderungen der Zeit schaffen, in der allen Kindern, unabhängig von Konfession und sozialem Stand, die Möglichkeit zur besseren Bildung gegeben wurde.
Bei Vorrang der Muttersprache wird nun Latein, Französich und Englisch gelehrt und die klare Dominanz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereiches erreicht.

Am 25. April 1911 wurde das Realgymnasium in der heutigen Wieckestraße eingeweiht. Ein "mächtiger Bau schloßartig weit über den Häusern der Stadt" war für 800.000 Goldmark errichtet worden. Drei Jahre später zogen viele der Primaner freiwillig in den Krieg, aus dem 194 ehemlaige Schüler nicht zurückkehrten. Für diese Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ist besonders der Ausbau außerschulischer Aktivitäten typisch.
In der NS-Zeit traten als neue Fächer und Inhalte "Rassenkunde" und "Vererbungslehre" auf.

Schulegebäude um 1910

Im Oktober 1945 konnte zunächst der Grundschulunterricht wieder in diesem Gebäude aufgenommen werden. Der Unterricht der Oberschule erfolgte ab April 1946.
Die 400 Schüler kamen aus allen ehemaligen höheren Schulen Frankfurts und es gab gesonderte Abiturklassen für zurückgekehrte "Soldaten Flakhelfer" und "Volkssturmmänner".
Neu waren die Fächer "Gegenwartskunde" und "Russisch".
Schon nach einem Jahr mußte das Gymnasium für eine Grundschule geräumt werden.

1947 hatte die Oberschule in der ehemalige Friedrichsschule ihr Domizil, nachdem aus diesem Gebäude ein Hilfslazarett ausgezogen war. Es wurde eine Teilung der Oberschule in einen sprachlichen und einen naturwissenschaftlichen Zweig vorgenommen, aus der schließlich zwei gesonderte Schulen entstanden. Während der sprachlich ausgerichtete im Friedrichsgymnasium verblieb, zog der naturwissenschaftliche Zweig zurück in das Gebäude in die Wieckestraße.
Lehrermangel zwang später zur Vereinigung der beiden Schulen.

Fast 30 Jahre konnte die Erweiterte Oberschule "Karl Liebknecht" ihre Lehrtätigkeit in der Wieckestraße ausüben. Auf dem Stundenplan erschienen die Fächer "Staatsbürgerkunde" und "Polnisch".
Die Ausbildung sah zeitweise vor, den Schülern gleichzeitig mit dem Abitur eine Berufsausbildung zu vermitteln.

1978 sollte eine geplante Pädagogische Hochschule in Frankfurt das repräsentative Schulebäude übernehmen und die Erweiterte Oberschule wurde in einem neuen Schulgebäude in Neuberesinchen untergebracht.
Im Rahmen des UNESCO-Projects leistet die Schule intensive Arbeit und hatte unter anderem enge Beziehungen zu einem Lyzeum in Gorzow. Ein neues Fach war "Sozialistische Wehrerziehung".

1989 erfolgte der Umzug in das alte Gebäude der früheren Städtischen Mittelschule am Lenne Park.

1990, nach der Wende, konnte das Stammgebäude in der Wieckestraße wieder bezogen werden.
Das "Städtische Gymnasium I" wird ab der 7. Klasse von fast 800 Schülern besucht.
Die materielle Ausgestaltung, besonders auf dem naturwissenschaftlichen Gebiet und die Möglichkeit von Sprachreisen ermöglichen neue Bereiche pädagogischer Arbeit.
Polnische Schüler besuchen das Frankfurter Gymnasium und legen hier auch das Deutsche Abitur ab. Ab dem Schuljahr (1997/98) werden jedes Jahr 26 polnische SchülerInnen in jeweils 2 deutsch-polnische Klassen aufgenommen.
Im Lehrplan treten neue Fächer "Politische Bildung", "Psychologie", "Informatik" und "Technik" auf. Der Ausbildung in Englisch und Französisch wird ein größeres Gewicht verliehen.

1992 Mit einem Besuch der Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Frau Marianne Birthler, an unserer Bildungseinrichtung wird das erste deutsch-polnische Schulprojekt im August 1992 eröffnet.
Die ersten polnischen Schülerinnen und Schüler besuchen das Frankfurter Gymnasium und legen hier im Juni 1995 erfolgreich das deutsche Abitur ab.

1996 Das Karl-Liebknecht-Gymnasium Frankfurt (Oder) beteiligt sich mit einem Projekttag und vielen Veranstaltungen am internationalen Gedenktag der UNESCO für die Folgen des Unglücks von Tschernobyl.

1998 Mit einem gemeinsamen Frühstück feiern die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums mit ihren Lehrerinnen und Lehrern das 25-jährige UNESCO-Jubiläum am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien.

1999 das Karl-Liebknecht-Gymnasium Frankfurt (Oder) widmet sich in seiner pädagogischen Arbeit in besonderer Weise seit vielen Jahren dem europäischen Gedanken. Als UNESCO-Projektschule gehören neben intensiven Kontakten zu unseren polnischen Nachbarn auch lebendige Schulpartnerschaften zu Bildungseinrichtungen in mehreren europäischen Ländern.
In Würdigung dieser Arbeit wird unserer Schule durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport der Name "Europaschule" verliehen.
Die feierliche Ehrung fand am Montag, dem 7. Juni 1999, um 14 Uhr im Rahmen eines Europafestes in der Aula statt.

2000 Das internationale "Camp 2000" vereint vom 18. Bis 23. September die Teilnehmer des COMENIUS-Projektes aus Trollhättan, Wissembourg und Nottingham und unserer Schule zum Höhepunkt und Abschluss der gemeinsamen Arbeit am Thema "Youth culture" am Helenesee bei Frankfurt (Oder). In gemeinsamen Präsentationen und Workshops werden die Ergebnisse unserer multinationalen Zusammenarbeit vorgestellt. Gleichzeitig verabredet man die weitere partnerschaftliche Zusammenarbeit.

2000 Israelischer Besuch am Karl-Liebknecht-Gymnasium. Herr Rafig Elmalek und Herr Husni Hjyahya, Schulleiter zweier arabischer Schulen in Israel informieren sich am 19. Oktober über unsere Schule, die Bildungsangebote und das pädagogische Profil. Beide Seiten erklären ihre Bereitschaft zum Aufbau einer Schulpartnerschaft.

2001 Feierstunde 90 Jahre Schule in unserem Gebäude.

Bearbeitungsstand Mai 2001

 
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